Aktion Tier e.V. deckt umfangreichen Einsatz von Antibiotika in der industriellen Massentierhaltung auf

Bildquelle: aktion tier - Menschen für Tiere e.V. (openPR) - Gammelfleisch ist zurzeit in aller Munde: Jetzt schreckt ein neuer Skandal Deutschland auf. Mit Hilfe von Filmaufnahmen kann Aktion Tier e.V. belegen, dass es innerhalb einer Mastperiode in einer Putenhaltung zum Einsatz verschiedener Antibiotika im Kilogrammbereich kam – leider kein Einzelfall. Darüber berichtet HEUTE Abend die ARD in der Sendung „Report aus München“ (21:45 Uhr).

Zu Beginn der Recherchen untersuchte Aktion Tier e.V. stichprobenartig Fleisch aus dem Handel. Schon hier wurden Rückstände eines Antibiotikums nachgewiesen. Die anschließend heimlich in Puten-, Hühner- und Schweinemastställen angefertigten Filmaufnahmen der Arzneibücher belegen, was unter Veterinären kein Geheimnis ist: Antibiotika können in erheblichem Umfang in der Tiermast zum Einsatz kommen und das, obwohl sie seit Anfang diesen Jahres zur Leistungsförderung verboten sind.

Frau Dr. Tina Kugler, Tierärztin der Tierschutzorganisation Aktion Tier – Menschen für Tiere e.V. in München erklärt, wie sich derartige Zustände auch noch im legalen Bereich abspielen können:

„Bei den so genannten Leistungsförderern handelte es sich um ganz bestimmte Antibiotika, die unterhalb der therapeutischen Dosis verabreicht wurden, um das Wachstum der Masttiere zu beschleunigen. Die von uns nachgewiesenen Medikamente sollen eigentlich zur Therapie von Krankheiten dienen und sind somit prinzipiell erlaubt. Dabei muss man aber wissen, dass man so viele Tiere auf derart engem Raum ohne Medikamente kaum gesund halten kann. Der Mäster muss schon bei kleinsten Krankheitsanzeichen anfangen, Arzneimittel in großem Stil zu verabreichen. Denn wenn die Besatzdichte derart hoch ist, wie es in der Massentierhaltung üblich ist, springt ein einzelner Krankheitserreger ansonsten rasend schnell auf alle Tiere des Bestandes über. Daher werden in der Regel auch gleich alle Tiere behandelt, obwohl viele davon noch gar nicht krank sind.“

Die Haltungsbedingungen der in Deutschland üblichen Tierhaltung führen somit zu einem Antibiotika-Einsatz großen Ausmaßes. Und damit zur gefürchteten Resistenzbildung der Bakterien. Medikamente könnten letzten Endes nicht mehr wirken- beim Tier nicht und was noch schlimmer ist: auch beim Menschen könnten dadurch Infektionskrankheiten, die früher gut beherrschbar waren, somit zu einer tödlichen Bedrohung werden.

Aufzubrechen wäre dieser dramatische Teufelskreis nur, indem die Landwirte den Tieren mehr Raum gewährten und dadurch weniger Arznei verfüttern müssten. Der Verbraucher sollte im Gegenzug seine Bereitschaft erhöhen, gesteigerte Fleischpreise hinzunehmen, könnte dafür aber auch in Zukunft mit der Wirksamkeit seiner Arzneimittel rechnen - bisher eine Illusion, die aber mit Weitsicht überdacht werden sollte.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie auch unter www.aktiontier.org.

Weitere Informationen bei:
Dr. med. vet. Tina Kugler, Veterinärin bei Aktion Tier, Tel.: 089-89146676, Mobil: 0177-2451198 (tierarzt@aktiontier.org).


Aktion Tier – Menschen für Tiere e.V.
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Unter dem Motto „Tierschutz kennt keine Grenzen“ trägt aktion tier – menschen für tiere e.V. seinen Anteil, Projekte auch im Ausland ins Leben zu rufen und Missstände im Tierschutz zu verbessern.



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